Samstag, 16. Mai 2015

Deutschland nahm an den Feierlichkeiten am Tag des Sieges in Moskau teil – Ohne Merkel

Im März dieses Jahres schlug Bundeskanzlerin Angela Merkel die Einladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur jährlichen Militärparade am 9. Mai in Moskau aus. Regierungssprecher Steffen Seibert versuchte die umstrittene Entscheidung zu rechtfertigen, indem er erklärte, dass es „angesichts Russlands Handlungen auf der Krim und in der Ostukraine nicht angemessen sei, an der Militärparade teilzunehmen.“


Um keinen größeren Skandal auszulösen, machte Kanzlerin Merkel den Vorschlag, einen Tag später nach Moskau zu kommen und dort am Grabmal des Unbekannten Soldaten gemeinsam mit Putin einen Kranz niederzulegen. Der russische Präsident stimmte dem Kompromiss zu, aber Merkels Fernbleiben der Militärparade am „Tag des Sieges“ kam nicht gut an in Moskau.

Alexej Puschkow, der einflussreiche Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Duma, sprach aus, was viele Menschen in Russland und Deutschland dachten: „Was ist das - ein Versuch die Geschichte umzuschreiben?“ Puschkow zufolge entschied sich die deutsche Kanzlerin für dieses „taktische Manöver“, um die Vereinigten Staaten zufriedenzustellen. In Anbetracht Merkels bisheriger Handlungen erscheint das nicht abwegig.

Angela Merkel hat im Laufe ihrer Karriere meistens nach der Pfeife Washingtons getanzt und die Ukraine-Krise ist dabei keine Ausnahme. Die Bundeskanzlerin wurde kürzlich sogar von keinem Geringeren als George Soros dafür gelobt, dass sie in der andauernden Krise nicht deutsche Interessen verfolgt.

Merkels Absage zur Militärparade am 9. Mai kam daher nicht überraschend, aber es war dennoch bemerkenswert angesichts der Bedeutung der diesjährigen Parade.

Es ist wohl kaum zu viel verlangt, an der bisher größten Siegesparade in Russlands Geschichte anlässlich des 70. Jahrestags der Kapitulation Nazideutschlands vor sowjetischen Truppen teilzunehmen, wenn man bedenkt, dass die Menschen in der Sowjetunion den größten Teil der Last beim Sieg über Hitler trugen.

Kanzlerin Merkel und das deutsche Establishment versäumen keine Gelegenheit, die grausamen Verbrechen der Nazis anzuführen, wenn es um Israel geht, aber die Opfer der Sowjetunion zu würdigen ist anscheinend nicht so wichtig wie einen guten Eindruck in Washington zu hinterlassen.

Glücklicherweise sind viele Menschen in Deutschland anderer Ansicht. Angewidert von Merkels Verhalten entschied sich eine kleine Gruppe von Deutschen die Sache selbst in die Hand zu nehmen. 



An dem Tag, an dem Merkels Absage an Putin in den deutschen Medien publik gemacht wurde, kamen einige Deutsche auf die Idee, ihr Land am 9. Mai in Moskau selbst zu repräsentieren.

Kurz danach wurde die Bürgerinitiative „Deutschland sagt Danke“ ins Leben gerufen. Angeführt von Publizistin und Friedensaktivistin Evelin Piètza, die seit 2013 über den Ukraine-Konflikt berichtet, machte sich die Gruppe daran, der Russischen Föderation und der Sowjetunion die Dankbarkeit der Deutschen für ihren Beitrag zur Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus zum Ausdruck zu bringen.

Nachdem sich die Initiative über die sozialen Medien verbreitet hatte, fanden letztendlich ungefähr 30 Personen (einschließlich dieser Autor) den Weg nach Moskau und trafen sich dort zum ersten Mal am 8. Mai vor dem Bolschoi-Theater. Dank der Unterstützung von Jurij Kofner, Leiter der Eurasischen Bewegung „Young Eurasia“, bekam die kleine Gruppe die Genehmigung zwei Veranstaltungen in Moskau abzuhalten.



Am 9. Mai, nach der Militärparade, legte die Bürgerinitiative auf dem Platz Dorogomilovskay Zastava am Denkmal-Obelisken
Heldenstadt – Moskau Blumen nieder. Dort trafen sie auf Olga Sinowjewa, die Witwe des berühmten russischen Logikers und Schriftstellers Alexander Sinowjew.

Einen Tag später, während Kanzlerin Merkel sich mit Putin traf und einen Kranz am Grabmal des Unbekannten Soldaten niederlegte, hielt die kleine deutsche Gruppe eine Gedenkkundgebung in Erinnerung und Dank an die Veteranen Russlands und der Sowjetunion ab und legte einen Kranz an der Ewigen Flamme im Park des Sieges auf dem Poklonnaya Hügel nieder.


Den positiven Reaktionen der Menschen in Russland nach zu urteilen, war die Bürgerinitiative ein voller Erfolg und die Planungen für das nächste Jahr sind schon im Gange. 



Auch wenn Deutschlands politische Führer sich weigern, aus der Geschichte zu lernen und lieber Kalten Krieg spielen wollen, wird die deutsche Bevölkerung keinen weiteren Krieg gegen Russland unterstützen und die Deutschen werden niemals die Opfer der sowjetischen Bevölkerung vergessen.